Vorgeschichte des Projektes
Durch unsere Tätigkeit im AKH Wien vor allem im Bereich der Chirurgie
der angeborenen Herzfehler haben wir in den letzten Jahren einige bosnische
Kinder operiert, die mit sehr viel Aufwand an Spenden und Hilfsbereitschaft
vieler nach Wien gekommen sind. Es wurde bald klar, dass hier einerseits
nur wenige Begünstigte diese Möglichkeit erhalten und dass
andererseits für den erforderlichen und aus Spenden aufzubringenden
finanziellen Aufwand von mindestens € 20.000,- pro Kind
in Bosnien selbst mehr als 10 entsprechend ausgesuchte Kinder gleichwertig
versorgt werden können.
Eine "fact-finding-mission" in Sarajevo im Sommer 1999 ergab eine skurrile
Situation: in der teilweise kriegsbedingt zerstörten
Universitätsklinik fand sich eine vom westlichen Ausland zur
Verfügung gestellte hochmoderne apparative Ausrüstung, jede
erforderliche räumliche Kapazität und ausreichend Personal.
Dennoch wurden zu diesem Zeitpunkt keine Herzoperationen durchgeführt
und der Erfahrungsschatz des ärztlichen und pflegerischen Teams
beschränkte sich auf gute aber theoretische Ausbildung und
kürzere Auslandsaufenthalte.
Gelegentlich - und nur kurzfristig - kam ein ausländisches Team um
Kinder und Erwachsene zu operieren, alle medizinischen Tätigkeiten
wurden von diesen Gastteams vorgenommen und das lokale Team nicht
einbezogen. Damit gab es bis zu Beginn unseres Projektes keinerlei
Ausbildung und bis heute bestehen für alle betroffenen Berufsgruppen
auch keine Ausbildungsordnung, kein Qualitätsmanagement der beruflichen
Tätigkeit und keine Berufsabschlussprüfung oder Zertifizierung.
In ganz Bosnien-Herzegowina (nur 500km und weniger als eine Flugstunde von
Wien entfernt) gibt es keine Möglichkeit, Kinder mit angeborenen
Herzfehlern chirurgisch zu versorgen. Bei einer Einwohnerzahl von etwa 4,3
Millionen ist mit jährlich etwa 250 Neugeborenen mit
Herzfehlern zu rechnen.
Seiten aktualisiert am: 18.05.2009
|